20 Jahre Frühförderung Regenbogen e. V.

20 Jahre Frühförderung Regenbogen e. V.

Interview rund um die Frühförderung

 

anl Ankum. 1997 ging die Frühförderung Regenbogen e. V. in Quakenbrück an den Start mit dem Ziel, Kinder zwischen null und sechs Jahren in allen Entwicklungsbereichen zu fördern. Mittlerweile ist der Vereinssitz in Ankum, außerdem hat es weitere Veränderungen gegeben. Grund genug, einmal mit der Geschäftsführerin des Vereins, Annette Kempe, ins Gespräch zu kommen.

 

20 Jahre Frühförderung Regenbogen – wie kam es zur Gründung des Vereins 1997?

Ulla Heye und Andreas Uecker sind damals im Juni mit etwa 15 Familien mit der „klassischen Frühförderung“ in Quakenbrück gestartet. Die Nachfrage war groß, weitere Familien fragten an und bereits ein Jahr später wurden zusätzliche Mitarbeiterinnen eingestellt.

 

Und warum ist der Vereinssitz seit März 2011 in Ankum?

Hauptsächlich aus logistischen Gründen: wir sind in allen vier Samtgemeinden, im Emsland und in Cloppenburg unterwegs und Ankum liegt da relativ zentral. Nach wie vor ist unsere rein heilpädagogische Frühförderung, zu der die Förderung der Kognition, Wahrnehmung, Feinmotorik, Grobmotorik, Verhalten, sozial-emotionale Entwicklung und Sprache zählen, ein mobiles Angebot. Die Familien kommen zu uns und wir fördern auch in den Familien oder den KiTas vor Ort, arbeiten dabei eng mit den Fachleuten vor Ort wie beispielsweise den Betreuungseinrichtungen, Ärzten und Therapeuten zusammen.

 

20 Jahre sind eine lange Zeit. Wie gestaltet sich das Lebensumfeld der Familien heute im Vergleich zu 1997?

Das Familienbild hat sich sehr gewandelt, es ist wesentlich komplexer geworden. Alleinerziehende oder Patchworkfamilien waren früher eher die Ausnahme, heute sind auch alleinerziehende Väter gesellschaftlich mehr anerkannt. Krippen, Ganztagsangebot und Ferienbetreuungen sind sowohl politischer Wille als auch Wunsch vieler Eltern. Insgesamt ist der Leistungsdruck gewachsen, das stellt Familien vor ganz anderen Herausforderungen. Beruf und Kinderbetreuung müssen in Einklang gebracht werden, das setzt natürlich auch die Kinder unter Druck.

Wir haben schon das Gefühl, dass die Veränderungen in der Gesellschaft Auswirkungen auf die Kinder haben und nicht immer nur positive.

 

Hat sich die inhaltliche Arbeit im Laufe der 20 Jahre verändert?

Die Auffälligkeiten im Bereich Sprache haben zugenommen, Kinder fangen zum Teil später an zu sprechen, zeigen eine verzögerte Sprachentwicklung. Auch die sozial-emotionalen Auffälligkeiten haben zugenommen. Die Verhaltensauffälligkeiten stehen heute wesentlich mehr im Focus als früher, wobei es die da auch schon gegeben hat.

 

Somit hat sich sicherlich auch das Angebot des „Regenbogens“ verändert. Wo liegt heute der Schwerpunkt der Einrichtung?

Wir setzen weiter auf die klassische Frühförderung und begleiten und fördern auch heute noch Kinder und ihre Familien. Weiterhin bieten wir systemische Familienberatung an. Gute Erfolge erzielen wir auch mit „MarteMeo“, einer Entwicklungs- und Kommunikationsmethode, die mit Hilfe des Mediums Video Beratung und Unterstützung in unterschiedlichsten Kontexten ermöglicht. Dazu kommen neue Angebot wie PEKiP – das Prager Eltern-Kind-Programm, in dem Spiel- und Bewegungsanregungen für Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr vermittelt werden. Für dieses kostenpflichtige Angebot können die Bildungsgutscheine eingelöst werden, die jede Familie vom Babybesuchsdienst erhält. Nach den Sommerferien planen wir, auch das „Nachfolgeprogramm“ „kleine Entdeckungsreisen“ anzubieten.

In der Zukunft haben wir einiges Neues vor: das Marburger Konzentrationstraining mit feinmotorischem Schwerpunkt für Vorschul- und Grundschulkinder gerade im Bereich des Übergangs KiTa – Grundschule. Und wir planen ein „Projekt“ Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, dazu ist aber noch einiges an Gesprächen und Planungen nötig.

 

Wie seht Ihr das Thema Integration/Inklusion, vor allen Dingen in Schulen?

So wie die Inklusion derzeit in den Schulen umgesetzt wird, ist das absolut nicht befriedigend, auch wenn der Grundgedanke gut ist. Wir können gut verstehen, dass Eltern – wenn sie denn die Wahl hätten – das klassische Förderschulprinzip bevorzugen würden. Hier gibt es positive Erfahrungswerte, die fehlen bei der Umsetzung der Inklusion noch völlig. Derzeit wirkt es schon so, als seien Schulen und Familien mit dem überfordert, was politisch umgesetzt wird.

 

Was wünscht sich der „Regenbogen“ für die Zukunft?

Wir wünschen uns, dass die gute Zusammenarbeit mit all unseren Kooperationspartnerinnen und       -partnern so bleibt ebenso wie der gute Austausch mit „unseren“ Familien.

Unsere Türen stehen immer offen – und das meinen wir auch so, wie wir es sagen. Wer Informationen möchte, uns etwas mitteilen möchte ist immer herzlich willkommen!

 

 

Zur Sache:

Die Frühförderung und Entwicklungsbegleitung Regenbogen e.V. besteht seit April 1997. Träger der Einrichtung ist der Regenbogen e.V., ein gemeinnütziger Verein. Er ist dem Dachverband der Parität Niedersachsen angeschlossen. Seit März 2011 ist der Vereinssitz in Ankum im „Haus am See“. Aktuell sind sechs pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, zusätzlich eine Verwaltungskraft, so dass das Büro jeden Tag besetzt und die telefonische Erreichbarkeit gesichert ist.

Der Vorstand besteht aktuell aus dem ersten Vorsitzenden Hermann Schröder-Herkenhoff und dem zweiten Vorsitzen Klaus-Peter Polke, Geschäftsführerin ist Annette Kempe.

Weitere Informationen:

Frühförderung Regenbogen e. V.

Am Schusterboll 2, 49577 Ankum, Tel. (0 54 62) 74 56 12 3, Fax (0 54 62) 74 56 12 4

Internet: www.fruehfoerderung-regenbogen.de, außerdem ist die Frühförderung auch auf Facebook unterwegs.

Neuer PEKiP Kurs startet im August

Der Kurs vermittelt Spiel- und Bewegungsanregungen für Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr.

Im intensiven Kontakt können Mütter und Väter durch Anregungen und Spiele die Bewegungsfreude des Babys unterstützen und gewinnen Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind. Sie haben die Möglichkeit, ihr Kind in jeder Entwicklungsphase bewusster zu erleben und es entsprechend zu begleiten. Die Kinder machen ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit Gleichaltrigen.

Die Gruppe ermöglicht es, Erfahrungen auszutauschen, miteinander und voneinander zu lernen und wichtige Themen zu besprechen.

 

Hier noch ein paar wichtige Informationen zum Kurs:

 

Geburtsmonate:        April und Mai 2017

Dauer des Kurses:     8 Einheiten à 1,5 Stunden pro Woche

Beginn:                       August 2017

Kosten:                       78,00 Euro 

Bildungsgutscheine können eingelöst werden. 

Kursleitung:               Silvia Möller  

Kursort:                     Regenbogen Ankum

Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder sich anmelden möchten, rufen Sie uns gerne an – Telefon: 05462-7456123

Regenbogen e.V. Damme

Vor drei Jahren haben wir uns entschieden, aufgrund einer Anfrage des Landkreises Vechta eine Zweigstelle unserer Frühförderung in Damme, zu eröffnen.

Wir haben in dieser Zeit viele Einrichtungen, Kollegen/Innen und Familien mit ihren Kindern kennengelernt und schöne Erfahrungen gemacht.

Trotz der positiven Kontakte und Erfahrungen haben wir uns entschieden, unsere Zweigstelle in Damme zum 30. Juni 2017 aufzugeben.

Wir möchten uns ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken!

Wichtig! Der Standort Ankum, im Landkreis Osnabrück bleibt selbstverständlich bestehen!